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Aus der Forschung02. Oktober 2026

Ein Embryo statt zwei: Daten aus Australien

18.396 Frauen, bis zu drei Behandlungszyklen — und eine Mehrlingsrate von unter drei Prozent.

Morbeck et al., Human Reproduction 2026 · 42. Jahrestagung der ESHRE

Die Studie in Zahlen

18.396
Frauen, deren erste IVF-Behandlungen über bis zu drei Zyklen begleitet wurden
95 %
der Transfers mit nur einem einzigen Embryo
2,9 %
Mehrlingsrate — frühere Auswertungen kamen auf über 20 Prozent

Worum ging es

Werden bei einer künstlichen Befruchtung zwei Embryonen übertragen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft — und mit ihr das Risiko für Frühgeburt und Komplikationen für Mutter und Kinder. Deshalb geht die Reproduktionsmedizin seit Jahren dahin, nur noch einen Embryo zu übertragen.

Die Auswertung aus Australien zeigt, wie weit dieser Weg dort inzwischen gegangen ist.

Wer wurde untersucht

Begleitet wurden die ersten IVF-Behandlungen von 18.396 Frauen über bis zu drei Zyklen.

Was kam heraus

  • Bei 95 Prozent der Transfers wurde nur ein einziger Embryo übertragen.
  • Die Mehrlingsrate lag bei 2,9 Prozent. Frühere Auswertungen kamen auf über 20 Prozent.
  • Die Chancen auf eine Geburt waren dabei höher als in älteren Auswertungen — nicht niedriger.

Die Forschenden führen das vor allem auf Fortschritte im Labor zurück: die Kultur bis zum Blastozystenstadium, also bis etwa zum fünften Tag, und moderne Einfrierverfahren.

Was heißt das für dich

Die oft gehörte Sorge, mit nur einem Embryo sinke die Chance deutlich, wird von diesen Zahlen nicht gestützt. Entscheidend ist aber: Die Erfolgsaussichten hängen stark vom Alter ab, und jede Behandlung ist anders.

Welches Vorgehen für dich das richtige ist, besprichst du mit deinem Behandlungsteam.

Dieselbe Frage gibt es inzwischen auch mit deutschen Zahlen: Eine Auswertung des Deutschen IVF-Registers aus 133 Zentren kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis — nachzulesen unter Ein Embryo oder zwei? Die deutschen Zahlen.

In der Hope App findest du dazu das Webinar „Moderne Reproduktionsmedizin“ mit Prof. Dr. Jan-Steffen Krüssel vom UniKiD Düsseldorf, der eine Stunde lang über den Single-Embryo-Transfer spricht: Wissensbereich → Webinar-Archiv → Medizin.

Ehrlich gesagt

Was die Studie nicht zeigt

  1. Beobachtet, nicht ausgelost

    Es ist eine Auswertung vorhandener Behandlungsdaten. Sie beschreibt, was passiert ist, nicht, was passiert wäre.

  2. Andere Rahmenbedingungen

    Die Daten stammen aus Australien. Finanzierung, Gesetzeslage und Praxis in den Zentren sind dort andere als in Deutschland.

  3. Zahlen sind keine Prognose

    Werte über alle Patientinnen hinweg sagen nichts über den Einzelfall. Die Erfolgsaussichten hängen stark vom Alter ab.

Quellen

  • Morbeck et al., Human Reproduction 2026, vorgestellt auf der 42. ESHRE-Jahrestagung

Diese Seite ersetzt kein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Studien beschreiben, was bei vielen Menschen passiert ist — was für dich gilt, kann nur dein Behandlungsteam beurteilen.

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